Neue Zeiten fordern neue Antworten Grundsatzprogramm als Wertekompass

Am Samstag, den 18.01.2020 haben rund 400 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Mannheimer Kulturhaus Käftertal über den Zwischenbericht des Grundsatzprogrammes debattiert.

Wir leben in einer Welt, die sich wandelt. Wenn wir den Blick nach Australien richten wird die Dringlichkeit nach klaren Entscheidungen und deutlichen Handlungen spürbar. Der Klimawandel ist Realität. Er bebt und wütet. Die Welt verlangt nach Mut zu politischen Standpunkten, nach Antworten, aber auch nach grünem Optimismus.

Visionen von Werten und die Entdeckung von Sinnzuschreibung resultiert aus einer genauen Umfeldbeobachtung. Daraus kann man Strategien entwickeln, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können, referierte Dr. Simone Kimpeler, Leiterin des Competence Center Foresight am Fraunhofer ISI.
Den anstehenden Konflikten muss man mit Transformationen entgegenwirken. Sprich, Teilbereiche miteinander koppeln, verschiedene Ministerien miteinander verbinden und auch gesellschaftliche Verknüpfungen gestalten. Dabei wird zwangsläufig das Verhältnis zwischen Mensch und Technik zueinander wachsen. Wie verstehen wir den Menschen, wenn Technik zunehmend ein Teil von ihm wird? Fragen und Aufgaben, welche man sowohl global als regional durchdenken muss.

„Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner Würde und mit seiner Freiheit.“
Die resolute 39jährige Bundesvorsitzende Anna-Lena Baerbock brachte in ihrer 30-minütigen Rede klar zum Ausdruck, worum es geht. Ein Mensch kann nur besser agieren, wenn das Umfeld ihm diesen Handlungsspielraum bietet. Deshalb muss die Politik klare „Leitplanken“ setzen, denn der Klimaschutz muss für alle funktionieren. Die Kunst liegt darin, einen gangbaren Mittelweg zwischen Absolutismus und Chaos zu schaffen. Das Grundsatzprogramm soll daher als prägnanter Wertekompass fungieren. Dies betonten auch die beiden Landesvorsitzenden Dr. Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand, die ebenfalls als Beitragsgeber auf der Bühne standen.

Nach einer intensiven Inputrunde konnten sich die Teilnehmer*innen in sechs Untergruppen austauschen und ihre Ideen, Visionen und Ergänzungen miteinbringen. Wie soll die künftige Friedens- und Außenpolitik aussehen? Welche Gefahren und Chancen bietet KI (Künstliche Intelligenz), und welche Grenzen müssen im technischen Wandel aufgezeigt werden? Welche Grundsätze fordern wir im Sinne eines ökologischen Fortschritts? Das Grundsatzprogramm soll im Herbst in Karlsruhe beim Bundesparteitag beschlossen werden. Die gut vierstündige Vertiefung in Mannheim wird die Überarbeitung und Feinarbeit des bisherigen Entwurfes voranbringen. 

Vor 40 Jahren wurde die Partei gegründet. Mittlerweile bekennen sich 95.000 Mitglieder bundesweit, 13.500 davon in Baden-Württemberg zu der „grünen DNA“. Ein Bündnis, welches ein zukünftiger Richtungsweiser sein wird. 

Auf dem Bild: Mitglieder des Kreisverbands Sigmaringen, die sich bei der Regionalkonferenz eingebracht haben.
V.l.n.r: Pamela Schumacher, Annakutty Harter, Hanna Stauß und Johannes F. Kretschmann
(es fehlen Ina Schultz und Gisela Glaser)

Bericht: Hanna Stauß

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