Großes Interesse an Veranstaltung „Naturschutz und Landwirtschaft – gemeinsam geht´s!“ 

Rund 50 Traktoren sorgten vor Veranstaltung für Aufsehen! 

Auf Einladung des Kreisverband der Grünen Sigmaringen trafen sich am Montag in Messkirch rund 120 Landwirte, Naturschützer, Grüne und weitere Interessierte zu einem Austausch. Anlass war das Eckpunktepapier zum Schutz der Insekten der Landesregierung, über das derzeit mit Vertretern der Landwirtschaft und des Naturschutzes im Detail beraten wird. Rund 50 Traktoren sorgten für Aufsehen, als sie vor dem Veranstaltungsort einen Korso fuhren. Die Junglandwirte aus der ganzen Region nahmen anschließend im bereits schon gut gefüllten Saal Platz.

Bei ihrer Begrüßung führte die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden aus, welche Punkte aus dem Volksbegehren („Artenschutz – ´Rettet die Biene´“) in das Eckpunktepapier übernommen wurden, welche in geänderter Form und welche neu mit aufgenommen wurden. Sie betonte, wie wichtig es sei, den Artenschutz gemeinsam mit den Landwirten voran zu bringen. Sie sei zuversichtlich, dass der nun angestoßene Prozess am Ende zu einem guten Kompromiss führen werde.

Für den kurzfristig erkrankten André Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium Baden-Württemberg, sprang Bogner-Undens Abgeordnetenkollege aus dem Bodenseekreis und Agrarpolitischer Sprecher der Fraktion GRÜNE, Martin Hahn, ein. Er warb eindringlich für das Eckpunktepapier, weil es viele weitergehende Maßnahmen enthalte, wie z. B. Anreize für eine höheren Absatz von Bio-Produkten oder für die Bereiche Lichtverschmutzung oder Schottergärten.

Von einem Landwirt wurde daraufhin auch in Frage gestellt, dass die Landwirtschaft der einzigen Verursacher des Insektenschwundes sei. Hahn stimmte zu, dass man hierfür in Zukunft noch mehr genauere Daten ermitteln müsse, aber einen für viele „wahrnehmbaren Abnahme der Insekten“, bei dem auch die Art der Landbewirtschaftung ihren Anteil hat, sei nicht von der Hand zu weisen. Ein anderer Landwirt störte sich an manchen Aktionen von Naturschutzverbänden und bemerkte, „mit Halbwahrheiten ist kein Vertrauen zu gewinnen!“.

Der Vertreter eines Naturschutzverbandes erklärte, dass der Rückgang der Vogelarten messbar sei, weil den Vögeln das Futter (Insekten) fehle. Die Frage, wie ein höherer Absatz von Bio-Produkten erreicht werden könne, beantwortete Hahn mit der Forderung an die Bundesregierung, endlich eine Kennzeichnung für die Tierhaltung einzuführen und ergänzte: „Nur wenn die Verbraucher auch bereit sind, einen höheren Preis für die Produkte zu bezahlen, kommen wir weiter!“ Durch die Kennzeichnung hätten sie auch die Möglichkeit dazu. Abschließend bot der Kreisvorsitzende der Grünen, Klaus Harter, den Landwirten an, weiter miteinander im Dialog zu bleiben und stellte klar: „Keiner von uns will, dass landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen!“

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