47. LDK in Offenburg – „Made in Baden-Württemberg.“

Bericht.

Unter diesem Motto fand am 17. und 18. Oktober 2026 die Landesdelegiertenkonferenz in Offenburg statt. Knapp 200 Delegierte trafen sich auf der ersten Konferenz nach unserem Sieg bei der letzten Landtagswahl, die es uns ermöglichte, den zweiten grünen Ministerpräsidenten in der Person von Cem Özdemir zu stellen.

Auf der Tagesordnung standen neben diversen Anträgen zur Satzungsänderung und der Verabschiedung des neuen Haushaltes vor allem die Neuwahlen für unsere Landesspitze, also den Landesparteivorstand und den Parteirat.

Starke Reden hielten unsere Bundesvorsitzende Franziska Brantner und natürlich Cem Özdemir, unser Ministerpräsident. Franziska ging mit ihrem Blick auf die Bundespolitik auf den Zustand der regierenden Koalition und deren Bundeskanzler ein. Besonders stark fand ich ihre Äußerungen zu dem Spagat zwischen der Anerkennung des Existenzrechts Israels und der Kritik an der rassistischen und völkerrechtswidrigen Politik der israelischen Regierung. Beides muss in der öffentlichen Diskussion Platz haben und widerspricht sich nicht.

Cem machte einen Ritt durch die Landespolitik, lobte seine Kolleg*innen in den Ministerien anhand konkreter Beispiele – er nannte das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales unter der Leitung von Oliver Hildenbrand – das Ministerium für sozialen Zusammenhalt – und sparte auch nicht mit Lob für den Koalitionspartner. Bisher arbeitet die Koalition nach außen reibungslos und löst ihre divergenten Ansichten hinter den Kulissen. Wie ein roter Faden zog sich die Haltung durch seine Rede, dass politische Versprechen aus dem Wahlkampf auch eingehalten werden müssen. Er versprach, dass das Versprechen, das letzte Kindergartenjahr kostenlos anzubieten, nicht vom Tisch sei, sondern weiter verfolgt werde. Die Verbesserung der Situation der Kommunen ist ihm ebenso ein zentrales Anliegen.

Die neuen Landesvorsitzenden heißen Clara Wellhäußer und Jan-Lukas Schmitt. Schatzmeister ist erneut Lukas Weber. Alle drei wurden mit großen Mehrheiten gewählt.

Der Parteirat setzt sich aus 17 Mitglieder der verschiedenen Parteigremien und Strukturen zusammen. Die Namen findet Ihr unter https://www.gruene-bw.de/partei/ und dort unter Mitglieder des Parteirats.

In seiner Abschiedsrede ermutigte Winfried Hermann uns eindringlich, als Partei nicht zu einer Akklamationspartei zu mutieren, sondern mutig und selbstbewußt eigene Konzepte und Ideen zu entwickeln. Einer seiner Vorredner brachte es so auf den Punkt: „Die Regierung gestaltet das Hier und Jetzt, die Partei entwickelt Konzepte für das Morgen.“

Da ich Ersatzdelegierter war, hatte ich genügend Zeit, mit vielen Mitdelegierten Hintergrundgespräche zu führen. Dabei fiel mir auf, dass es zum Erhalt der Basisdemokratie in unserer Partei dringenden Handlungsbedarf gibt. Hinter der Kulisse der Begeisterung und des Engagaments, schwehlt der Wunsch nach weiteren Strukturreformen. Angesichts der nun fast 25.000 Mitgliedern, braucht es neue Formen der Beteiligung und Mitwirkung! Diese müssen einerseits organisatorisch zu bewältigen sein und anderseits das Prinzip der Basisdemokratie berücksichtigen. Es wird unsere Aufgabe als Mitglieder sein, diesen Bedarf sichtbar zu machen und zu gestalten.

Klaus Harter, Kreisverband Sigmaringen, Ersatzdelegierter für die LDK in Offenburg

Bildnachweis: privat, Grüne BW (www.gruene-bw.de), Bild Winfried Hermann: SWR aktuell v. 19.10.2026

Von links: Klaus Harter, Hanna Stauß, Xenia Rebsam, Johannes Kretschmann