Energiewende – Die Welt schaut auf Deutschland

27.07.2017: (KV) Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl erklärt die Dringlichkeit des weiteren, schnellen Ausbaues der Erneuerbaren

Am Montagabend hat die Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl in Ostrach im Gasthof Hirsch, einen fesselnden Vortrag zum Thema „Energie ohne Kohle und Atom“ gehalten.

Zu Beginn Ihres Vortrages ist Kotting-Uhl auf die Klimakrise eingegangen. 2014, 2015, 2016 seien die heißesten Jahre in Folge gewesen, seit Beginn der Datenerfassung. Zum ersten Mal seit 10 Mio. Jahren sei der Nordpol im Sommer eisfrei, das Great Barrier Reef vor Australien wäre nicht mehr zu retten.

Das beim Klimagipfel in Paris beschlossene 1,5 Grad-Ziel maximaler globaler Erwärmung werde in 3 bis 4 Jahren bereits erreicht.

Die Folgen dieser Entwicklung seien auch bei uns schon lange zu spüren. Sinnflutartige Regenfälle und tägliche Sturm- und Unwetterwarnungen, so wie wir dies gerade die letzten Wochen erleben.

Extreme Wasserknappheit und Waldbrände in ganz Südeuropa. 200 Mio. Klimaflüchtlinge werden für die Zukunft prognostiziert.

Die Gründe für den Wandel sind schon lange bekannt: Ursache ist der ungebremste Ausstoß von Treibhausgasen weltweit, der dringend heruntergefahren werden muss.

Auch Deutschland liege bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes aktuell weit hinter den eigen formulierten Zielen. „Ohne das Abschneiden von alten Zöpfen gehe es eben nicht“ und auch hier gelte der Satz „Zukunft wird aus Mut gemacht“, so Kotting-Uhl und führt eine ganze Reihe notweniger Maßnahmen an, von Kohleausstieg einleiten, über EE-Ausbaumengen erhöhen, bis zur Speicheroffensive starten.

Die Welt schaue hier nach wie vor auf uns. Wenn in einer führenden Industrienation wie Deutschland, die Energiewende gelingt, ziehen alle anderen Länder mit, was man auch an dem phänomenalen Export des deutschen EEG-Gesetzes sehen könne.

Die Bundesregierung hätte die letzten Jahre die Energiewende stark ausgebremst, indem in allen Ausbaubereichen Deckel eingezogen worden sind.

Diese Deckelung des Zubaus an Erneuerbaren ginge zumeist zu Lasten von den kleinen Erzeugern und Bürgerenergien, die bei den nun notwendigen Ausschreibungen keine Chancen mehr haben, da diese Prozesse viel zu aufwendig seien.

Dabei sei der Strom aus Erneuerbaren mit aktuell 6,88 Cent/KWh inkl. EEG-Umlage, inzwischen deutlich günstiger als der aus fossilen oder atomaren Quellen.

Wenn alle Subventionen, Steuervergünstigungen und Umweltkosten, die durch die Atomenergie, Kohleförderung und Ergaseinsatz anfallen (ca. 33 – 38 Mrd. EURO) und die durch Steuermittel finanziert werden, als Umlage auf die Kilowattstunde umgerechnet würden, läge diese inzwischen bei 10,2 Cent/KWh. „Die Bundesregierung und viele CDU-Abgeordnete, so wie Thomas Bareiß hier aus dem Wahlkreis, erzählt hier nach wie vor, das Märchen vom teuren, erneuerbaren Strom“ so Kotting-Uhl.

Als Grüne Expertin für alle Fragen rund um Atomkraft, Ausstieg und Endlagerung ist Kotting-Uhl zum Schluss des Vortrages auf den Prozess der Endlagersuche eingegangen. „Im Gegensatz zu vielen CDU/CSU-Vertretern und der AfD, sind wir Grüne bereit hier Verantwortung zu tragen“ so die Bundestagsabgeordnete. Obwohl sehr viel Atommüll aus Bayern kommt, hatte z.B. CSU-Chef Seehofer als erstes verkündet „Endlagerung bei uns in Bayern nicht“. „Verantwortung übernehmen sieht anders aus“ so Kotting-Uhl.

Es ist der Abgeordneten ein ganz persönliches Anliegen, den Prozess des Ausstiegs und die Suche nach einem Ort für Endlagerung zu einem bestmöglichen Ende zu bringen.

Mehr Infos unter: www.kotting-uhl.de

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