Pressemitteilung gegen den gewerblichen 1000-Kühe-Stall in Ostrach-Hahnennest

2017-06-06: (PM)  Pressemitteilung

Sehr geehrte Medienvertreterinnen, sehr geehrte Medienvertreter,

am Dienstagabend haben die Grünen im Kreis zu einem informellen Treffen geladen, um über die aktuelle Situation der Landwirtschaft zu diskutieren. An der Runde haben Vertreter von Bürgerinitiative gegen den gewerblichen 1000-Kühe-Stall in Ostrach-Hahnennest, der Ortsgruppe des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), der Ortsgruppe vom BDM (Bundesverband Deutscher Milchbauern) und von der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) teilgenommen. Von grüner Seite haben die Vorstände Klaus Harter und Wolfgang Ruff, sowie der grünen Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Zollernalb / Sigmaringen Erwin Feucht teilgenommen. Mit einer sehr lebhaft und kontrovers geführten Diskussion, wurden in der Runde die gemeinsamen Ziele für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft erörtert, die sowohl dem ökonomischen und ökologischen Belangen als auch den Aspekten des Tierwohls Rechnung trägt.

Wir bitten Sie um die Veröffentlichung der folgenden Pressemitteilung. Im Anhang finden Sie auch ein Bild zu dem Treffen.

Grüne Diskussionsrunde über die aktuelle Situation der Landwirtschaft:
Kandidat Feucht fordert eine Umschichtung der Agrarförderung von der ersten in die zweite Säule

am Dienstagabend haben die Grünen im Kreis zu einem informellen Treffen geladen, um über die aktuelle Situation der Landwirtschaft zu diskutieren. An der Runde haben Vertreter von Bürgerinitiative gegen den gewerblichen 1000-Kühe-Stall in Ostrach-Hahnennest, der Ortsgruppe des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), der Ortsgruppe vom BDM (Bundesverband Deutscher Milchbauern) und von der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) teilgenommen. Von grüner Seite haben die Vorstände Klaus Harter und Wolfgang Ruff, sowie der grünen Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Zollernalb / Sigmaringen Erwin Feucht teilgenommen. Mit einer sehr lebhaft und kontrovers geführten Diskussion, wurden in der Runde die gemeinsamen Ziele für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft erörtert, die sowohl dem ökonomischen und ökologischen Belangen als auch den Aspekten des Tierwohls Rechnung trägt.

In vielen Punkten waren sich die Teilnehmer sehr einig. Eine wichtige Forderung der Runde ist die Koppelung der Tierbestandzahl an die betriebseigene Futterfläche. Ein landwirtschaftlicher Betrieb sollte nur so viele Tiere halten dürfen, wie er Äcker und Wiesen zur Verfügung hat, um diese Tiere auch zu ernähren und die tierischen Hinterlassenschaften, wie Gülle und Mist, umweltgerecht ausbringen zu können. Durch eine solche Koppelung wird der Import von Soja aus Südamerika reduziert und macht die Massentierhaltung für Großbetriebe und Agrarindustrie unrentabel. Gleichzeitig wird einer Überdüngung der Flächen vorgebeugt, was sich positiv auf den Nitratwert von Grundwasser und somit die Trinkwasserbrunnen auswirken wird.

Eine große Gefahr sieht die Runde in der zunehmenden Konzentration von Landbesitz auf wenige Großbetriebe. Die führt zu einer zunehmenden Abhängigkeit, auch der Eigentümer von Pachtflächen, von wenigen Landbewirtschaftern. Gleichzeitig kann diese Konzentration ein Türöffner für Agrarinvestoren, auch international wirtschaftende, sein.

Des Weiteren bemängeln die Teilnehmer, die sehr einseitige Ausbildung von Landwirtinnen und Landwirten, die fast ausschließlich auf den konventionellen landwirtschaftlichen Bereich ausgerichtet ist. Fehlende Kenntnisse zur ökologischen Wirtschaftsweise dürften für viele junge, aber auch

umstellungsinteressierte Landwirte wichtige Gründe sein, ihren Betrieb nicht ökologisch zu bewirtschaften. Es bedarf hier eine Bildungsoffensive für die ökologische Landwirtschaft.

Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die aktuelle Förderung der Landwirtschaft aus öffentlichen Mitteln. Noch immer fließen 80% der Agrarförderung, ca. 5 Milliarden Euro in Deutschland, als Direktzahlung pro Fläche (erste Säule) an die Landwirte. Die zweite Säule, die Agrarumweltprogramme, sind dagegen nur mit 1,2 Milliarden Euro ausgestattet. Der grüne Bundestagskandidat Feucht hierzu: „Langfristig muss unser Ziel die Umschichtung aller Zahlungen von der ersten in die zweite Säule sein“. Unsere Kulturlandschaft sei nicht nur Wirtschaftsfläche für Agrarbetriebe, sondern auch Erholungs-, Aufenthalts- und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Deshalb hat die Allgemeinheit, also der Staat, ein berechtigtes Interesse daran, unsere Umwelt möglichst intakt zu erhalten. Für die Wahrung dieses öffentlichen Interesses gibt der Staat deshalb finanzielle Hilfen. „Zahlungen nach dem Gießkannen-Prinzip der ersten Säule, wirken diesem Interesse der Allgemeinheit entgegen.

Lange wurde bei dem Treffen über den geplanten 1000-Kühe-Stall in Hahnennest diskutiert. Die Teilnehmer waren sich hier einig, dass ein Stall in diesen Dimensionen gegen alle geforderten Punkte spricht. Der Stall in Hahnennest sei durch seine Größe, seine bewirtschafteten Fläche, der einseitigen Fruchtfolge, aus der Sicht des Tierwohles, der Nitratbelastung im Umfeld,… ein Negativbeispiel. „Das Projekt Hahnennest hat absolut nichts mit meiner grünen Vorstellung von einer nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft gemein und ist deshalb rund weg abzulehnen“, so Erwin Feucht. Dieser Aussage konnten sich alle Teilnehmer anschließen.

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