Neonikotinoide verursachen Bienensterben

PRESSEMITTEILUNG – Brüssel, 28. Februar 2018

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat heute eine Bewertung von drei Pestizidwirkstoffen aus der Klasse der Neonikotinoide vorgelegt. Die schädliche Wirkung auf Honig- und Wildbienen wird bestätigt. Maria Heubuch, Mitglied des Pestizid-Sonderausschusses des Europäischen Parlaments, erklärt:

Angesichts des massiven Insektensterbens ist klar, was zu tun ist: Wir müssen uns von einem Landwirtschaftsmodell verabschieden, dass die Kassen der Pestizidkonzerne klingeln lässt, aber die Umwelt und Gesundheit massiv schädigt. Bienenschädliche Neonikotinoide müssen umgehend vom Markt genommen werden, sämtliche Lücken in der Gesetzgebung müssen geschlossen werden. Ich fordere die designierte Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, sich zum Vorschlag der EU-Kommission zu bekennen und ein ausgeweitetes Verbot in den ersten 100 Tage der Koalition umzusetzen. Nur so lassen sich weitere Schäden an den Bienen, aber auch an Wasserlebewesen verhindern.

Hintergrund:

Die EU hat 2013 ein Teilverbot für drei Neonicotinoide verhängt, nachdem die EFSA festgestellt hat, dass ihre Verwendung zum Bienensterben beiträgt. Der Einsatz von Neonikotinoiden bei Blütenpflanzen und Getreide wurde verboten. Mehrere Mitgliedstaaten umgingen jedoch das Verbot durch Lücken in der EU-Gesetzgebung. Im März 2017 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, das Verbot auch auf Kulturen auszuweiten, die nicht direkt für die Bienen interessant sind, bei denen aber die Gefahr besteht, dass die Stoffe im Boden überdauern und dann in der Folgekultur Bienenschäden anrichten. Nachdem nun die EFSA-Bewertung vorliegt, wird die zuständige Ratsarbeitsgruppe SCOPAFF über den Vorschlag der Kommission abstimmen.

Der Sonderausschuss zur Zulassung von Glyphosat und anderen Pestiziden ist eine Initiative der Grünen/EFA-Fraktion und wird am 12. März 2018 seine Arbeit aufnehmen. Der Sonderausschuss wird das Zulassungsverfahren auf den Prüfstand stellen und u.a. aufarbeiten, ob Konzerne die wissenschaftliche Bewertung unzulässig beeinflusst haben.

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MdEP Maria Heubuch
www.maria-heubuch.eu

Europäisches Parlament

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